Mindestens 225 Mrd. USD illegale Gelder aus dem Mittleren Osten und Afrika in Offshore-Konten

Banken sollten bei der Rückführung der illegalen Gelder mit neuen arabischen Regierungen kooperieren

Zürich, 9.2.2011. Nach einer Studie der Schweizer Researchfirma MyPrivateBanking halten Staatsbürger aus Ländern des Mittleren Osten und Afrika circa 1.5 Billionen USD bei ausländischen Banken. MyPrivateBanking schätzt das mindestens 15% dieser Vermögen durch illegale Aktvitäten oder durch Vorteilsnahme in politischen Positionen gewonnen und aus den Heimatländern transferiert wurden. Die grosse Mehrheit dieser Gelder liegt auf Konten europäischer Banken, die als Konsequenz der arabischen Revolution erhebliche finanzielle und rechtliche Schäden sowie Reputationsverluste fürchten müssen.

“Der weitaus grösste Teil der im Ausland deponierten Vermögen aus dem Mittleren Osten und Afrika hat seinen Ursprung in legalen Aktivitäten, aber ein geschätzter Anteil von 225 Mrd. USD wurde durch Korruption und andere illegale Aktivitäten geschaffen.” erläutert Steffen Binder, Researchdirektor von MyPrivateBanking. “Über die Jahrzehnte entstand im Schutz der Regime eine eigene Klasse aus Mitgliedern der herrschenden Familien, der Geschäftspartner sowie der Sicherheits- und Geheimdienste, die einen signifikanten Anteil von Geldern aus ihren Heimatländern geschafft haben.”


MyPrivateBanking schätzt das 41% der Offshore-Guthaben aus dem Mittleren Osten und Afrika bei Banken in der europäischen Union liegen, 33% in der Schweiz, 8% im fernen Osten (insbesondere Singapore) und der Rest in Nordamerika und anderen Orten wie beispielsweise den karibischen Offshore-Jurisdiktionen.


Wie oftmals nach dem Sturz korrupter Regime, werden die neuen Regierungen in Tunesien und möglicherweise Ägypten und einer Anzahl anderer Ländern Anklage gegen eine Vielzahl von Mitgliedern der vormals herrschenden Familien und ihrem Umfeld erheben. Nach Einschätzung von MyPrivateBanking Research kann dies zu einer kritischen Situation für diejenigen Banken und Vermögensverwalter führen, die persönlich und geschäftlich stark mit den politischen Eliten aus Ländern des mittleren Ostens und Afrika involviert sind. Falls solche Verbindungen, im Rahmen von Ermittlungen publiziert werden, ist die Reputation der betroffenen Banken gefährdet. Weiterhin besteht das Risiko, dass die neuen Regierungen Kompensationen für die Verluste fordern, die durch Zusammenarbeit der finanziellen Institutionen mit den vormals Herrschenden entstanden sind.

Damit Banken und Vermögensverwalter diese Risiken minimieren können, empfiehlt MyPrivateBanking Research ihnen umgehend eine umfassende und robuste Strategie zu entwickeln bzw. bestehende Prozesse kritisch zu hinterfragen. Sie müssen noch stärker den Ursprung der Anlagen von Personen und Firmen kontrollieren, die in Korruption verwickelt sein könnten. “Falls Zweifel über die Quelle des Vermögens und die Vertrauenswürdigkeit des Anlegers bestehen, sollten Banken die Gelder ablehnen”, fast Steffen Binder die Konsequenz für Banken zusammen. „Falls die Kontrollsysteme in der Vergangenheit versagten, haben die Banken ein Eigeninteresse und auch eine moralische Verantwortung mit neuen Regierungen in Tunesien und möglicherweise auch Ägypten und anderen Staaten zu kooperieren und die aus den Ländern illegal transferierten Vermögen im Einklang mit der Rechtslage zügig zurück
zuführen.

Das MyPrivateBanking Research BriefWhat the Arab Revolution Means for Private Banks and Wealth Managers” kann hier heruntergeladen werden.

 

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